Zum Inhalt springen

Das Auge - alles was Sie wissen sollten

Das Auge
alles was Sie wissen sollten

Unsere Augen gehören zu den komplexesten und wichtigsten Sinnesorganen des menschlichen Körpers. Licht durchströmt unsere Hornhaut und vordere Augenkammer durch die Pupille hindurch in den Glaskörper und trifft auf die Sinneszellen der Netzhaut. Stäbchen sind für die Hell/Dunkel- Unterscheidung und Zapfen für die Farbwahrnehmung verantwortlich. Diese wandeln das auftreffende Licht in Nervenimpulse um, die über den Sehnerv zu jenem Teil des Gehirns geleitetet werden, der diese Reize verarbeitet und die Bilder in unserem Bewusstsein erzeugt.

Wie genau spielen die einzelnen Teile des Auges zusammen und welche Funktionen erfüllen sie? Diese Fragen beantworten wir hier!

Das menschliche Auge und seine Glieder

Augenlider (lat. palpebra) schützen das Auge vor UV-Einstrahlung und Schmutz, sie sorgen dafür, dass die Feuchtigkeit am Auge gleichmäßig verteilt wird. Ein Erwachsener Mensch blinzelt ca. 12.000-mal am Tag. An den Oberlidern befinden sich die Ausführungsgänge der Tränendrüse. An den Lidrändern im Bereich der Wimpern sind die Meibom, Moll- und Zeiss-drüsen.

Der Ziliarmuskel (lat. musculus ciliaris) ist entscheidend für unser Sehen, da er durch die Anpassung der Augenlinse dafür sorgt, dass wir auf unterschiedliche Distanzen fokussieren können. Weiters ist er an der Produktion des Kammerwassers beteiligt, welches das Gewebe des Auges mit Nährstoffen versorgt und den Augendruck reguliert.

Die Bindehaut (lat. conjunctiva) ist eine Schleimhaut, die den Augapfel mit den Augenlidern verbindet. Zwischen diesen verfügt sie über eine Umschlagsfalte, die eine Beweglichkeit des Auges ermöglicht. Ihre Hauptaufgabe liegt darin, die Oberfläche des Auges mit Tränenflüssigkeit zu benetzen.

Die Hornhaut (lat. cornea) bildet die äußerste Schicht des menschlichen Auges. Sie ist klar, gewölbt, mit Tränenflüssigkeit benetzt und im Wesentlichen für die Lichtbrechung verantwortlich. Zusätzlich dient sie zum Schutz vor äußeren Einwirkungen wie Schmutz, Staub oder oberflächlichen Verletzungen.

Als Pupille (lat. pupilla) bezeichnet man die kreisförmige Öffnung in der Mitte des Auges, durch welche Licht in das Augeninnere dringen kann. Sie reguliert durch Größenveränderung, wie viel Licht zur Netzhaut gelangt. Bei stärkerem Lichteinfall wird die Pupille kleiner, bei wenig Licht hingegen größer. Andere Faktoren, wie Emotionen oder Alkohol- und Drogenkonsum können den Durchmesser der Pupille ebenfalls verändern.

Die Augenlinse (lat. lens) sorgt dafür, dass das durch die Pupille einfallende Licht gebündelt wird und so ein scharfes Bild auf der Netzhaut entsteht. Sie kann ihre Form mit Hilfe des Ziliarmuskels verändern, um so den Fokus auf unterschiedliche Distanzen zu ermöglichen. Bei nahen Objekten krümmt sich die Linse, bei Objekten in der Ferne flacht sie ab, um Objekte scharf zu sehen. Das wahrgenommene Bild wird dabei von der Linse auf den Kopf gestellt und spiegelverkehrt auf der Netzhaut dargestellt. Unser Gehirn verarbeitet dieses Bild anschließend und sorgt dafür, dass wir Dinge „richtig“ wahrnehmen.

Die Iris, auch Regenbogenhaut genannt, reguliert durch die Veränderung des Pupillendurchmessers den Lichteinfall in das Augeninnere – ähnlich wie die Blende bei einer Kamera. Die „Blendenöffnung“ wird Pupille genannt. So sorgt die Iris dafür, dass sich die Pupille bei Helligkeit verengt, also, dass weniger Licht ins Auge fällt. Bei Dunkelheit passiert genau das Gegenteil und die Iris sorgt dafür, dass sich die Pupille erweitert wird, d.h. mehr Licht ins Auge fällt. Sie bildet die Grenze zwischen hinterer Augenkammer und Vorderkammer.

Unsere Wimpern (lat. cilia) schützen die Augen vor Staub, Schmutz und anderen Fremdkörpern – das passiert ganz automatisch. Sobald sie eine Berührung wahrnehmen, wird aus Reflex ein Lidschlag ausgelöst, der den Fremdkörper so beseitigt.

Der Glaskörper (lat. corpus vitreum) besteht aus einer gelartigen Substanz, die das Innere des Augapfels ausfüllt. Er liegt hinter der Augenlinse und grenzt unmittelbar an die Netzhaut.

Die Augenmuskeln (lat. musculus oculi) stellen die Grundlage für ein beidäugiges Sehen dar. Sie dienen dem Zweck, die Augen innerhalb kürzester Zeit auf ein Objekt zu richten.

Die Lederhaut (lat. sklera) ist eine Art Schutzschild für das Auge, da sie es fast vollständig umschließt und sie noch dicker und kräftiger als die Hornhaut ist. An ihr setzen außerdem die äußeren Augenmuskeln an, die eine Bewegung des Augapfels ermöglichen.

Die Aderhaut (lat. choroidea) des menschlichen Auges befindet sich zwischen Lederhaut und Netzhaut und geht in Ziliarkörper und Regenbogenhaut über. Sie versorgt die Netzhautrezeptoren mit Nährstoffen, sorgt für eine konstante Temperatur der Netzhaut und hat Einfluss auf die Akkommodation, d.h. die Umstellung zwischen Nah- und Weitsicht.

Die Netzhaut (lat. retina) dient dem Zweck, Licht- und Farbreize zu verarbeiten und sie über den Sehnerv ans Gehirn weiterzuleiten. Die Sinneszellen, die für die Verarbeitung dieser Reize zuständig sind, bestehen aus sogenannten Zapfen (zuständig für das Farbsehen) und Stäbchen (zuständig für das Hell-Dunkel-Sehen). In einem menschlichen Auge befinden sich ca. 120 Mio. Stäbchen und 6 Mio. Zapfen.

Der Gelbe Fleck (lat. macula lutea) ist ein kleiner Bereich der Netzhaut, in dessen Zentrum sich die Netzhautgrube befindet – der Punkt des scharfen Sehens. Er schützt das Zentrum der Netzhaut vor UV-Licht.

Am sogenannten Blinden Fleck (lat. papilla nervi optici) besitzt die Netzhaut keine Sinneszellen. Hier liegt die Eintrittsstelle des Sehnervs und der Blutgefäße, die das Auge mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Bei augenärztlichen Kontrollen wird dieser Bereich der Netzhaut beurteilt und befundet.

Der Sehnerv (lat. nervus opticus) bildet die Verbindung zwischen dem Auge und Gehirn. Lichtstrahlen, die auf der Netzhaut auftreffen, werden in elektrische Impulse umgewandelt und über den Sehnerv zur Verarbeitung in das Gehirn weitergeleitet.