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Kurzsichtigkeit bei Kindern und Jugendlichen – Symptome und Behandlung

Kurzsichtigkeit bei Kindern und Jugendlichen erkennen und behandeln. Immer mehr Kinder und Jugendliche sind von Kurzsichtigkeit betroffen. Damit erhöht sich das Risiko für Augenerkrankungen im Erwachsenenalter. Zum Teil ist die Myopie, wie Kurzsichtigkeit im Fachjargon heißt, erblich bedingt. Hauptsächlich sind die Ursachen jedoch in den heutigen Arbeits- und Lebensbedingungen zu finden und wie Kinder ihre Freizeit gestalten: zu wenig Zeit im Freien, zu viel Zeit vor digitalen Geräten (Smartphone, Tablet, PC, Fernseher), verstärkt durch starren Blickfokus und geringen Abstand zum Bildschirm – das bedeutet Stress für die Augen.

Was ist Kurzsichtigkeit oder Myopie genau?

Kurzsichtigkeit: Können weit entfernte Gegenstände nur noch verschwommen wahrgenommen werden, liegt eine Kurzsichtigkeit vor. Sie entsteht, wenn der Augapfel zu lang ist. Ins Auge fallende Lichtstrahlen bilden ihren Brennpunkt dann nicht direkt auf der Netzhaut, sondern davor, und das führt zu einem unscharfen Bild. 

Ab -5 Dioptrien liegt eine hochgradige Myopie vor, wobei ein deutliches Längenwachstum des Augapfels zu messen ist. Dieses zu starke Längenwachstum ist der wesentliche Risikofaktor für spätere Erkrankungen wie beispielsweise Grüner Star (Glaukom, Anstieg des Augeninnendrucks), Grauer Star (Katarakt, Eintrübung der Augenlinse) oder Netzhautablösung. 

Je früher ein Kind kurzsichtig wird, desto stärker wird die Sehschwäche im Erwachsenenalter ausgeprägt sein, weil der Augapfel bis ungefähr zum 30. Lebensjahr wächst.

Kurzsichtigkeit lässt sich nicht rückgängig machen, das Fortschreiten kann lediglich verlangsamt oder im besten Fall gestoppt werden.

Kurzsichtigkeit im Ländervergleich

Im Jahr 2001 waren in etwa 23 Prozent, 2010 bereits rund 28 Prozent der Weltbevölkerung kurzsichtig, für 2050 wird ein Anteil von 50 Prozent prognostiziert.

In Europa und den USA sind 35 bis 50 Prozent der Kinder und Jugendlichen kurzsichtig, in einigen asiatischen Ländern wie beispielsweise China, Südkorea und Taiwan etwa 90 Prozent.

Eine mögliche Erklärung für diesen extrem hohen Anteil wäre, dass Kinder in diesen Ländern elektronische Geräte aufgrund der ehrgeizigen Bildungssysteme bereits in jungen Jahren exzessiv nutzen und dadurch schon sehr früh überwiegend nahsichtige Tätigkeiten ausüben.

Anders verhält es sich in Australien: Obwohl die Kinder auch dort schon sehr früh in die Schule gehen, werden sie viel seltener kurzsichtig als Gleichaltrige in Asien. Der gravierende Unterschied: In Australien spielt sich das Leben zu einem großen Teil draußen ab, die Kinder sind mehr an der frischen Luft als jene in Ostasien.

Wird Kurzsichtigkeit vererbt?

Nicht nur die genetische Veranlagung entscheidet, denn auch Kinder normalsichtiger Eltern können kurzsichtig werden – ihr Risiko ist mit etwa zehn Prozent jedoch relativ gering. Sind hingegen beide Elternteile kurzsichtig, liegt die Gefahr, dass das Kind ebenfalls myopisch wird, bei 60 Prozent. Ist nur ein Elternteil kurzsichtig, sinkt sie auf 30 Prozent.

Was ist eine Schulmyopie?

Bei vielen Kindern beginnt die Kurzsichtigkeit nach Eintritt in die Schule, oft im Alter von sechs bis zwölf Jahren – daher die Bezeichnung „Schulmyopie”. Der Grund dafür dürfte in der damit einhergehenden veränderten Lebenssituation liegen: Die Kinder spielen weniger draußen und verbringen stattdessen mehr Zeit in Innenräumen – oftmals in Naharbeit vor einem Bildschirm.

Anzeichen von Kurzsichtigkeit - Symptome

Ein Zusammenkneifen der Augen und häufiges Blinzeln können ein Hinweis darauf sein, dass Ihr Kind versucht, Gegenstände in der Ferne „scharf zu stellen”.

Auch Kopfschmerzen sind möglicherweise ein Indiz, dass die Augen aufgrund mangelnder Sehschärfe überanstrengt worden sind.

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Risikofaktoren

Zu viel Aufenthalt in Innenräumen: Die Intensität der Beleuchtung liegt bei nur 300 bis 500 Lux – das scheint das Längenwachstum des Augapfels zu fördern. Das wesentlich intensivere Tageslicht hingegen verringert es: Der Wert im Freien beträgt ca. 100.000 Lux an sonnigen Tagen und immerhin noch rund 10.000 Lux an Regentagen.

Häufiges, intensives und lange andauerndes Nahsehen: Das größte Übel sind Bildschirme von Smartphones, Tablets und Computern, auf die mit fokussiertem Blick und weniger als 30 cm Abstand gestarrt wird. Aber auch TV-Geräte zählen zu den Risikofaktoren.

So können Sie der Kurzsichtigkeit entgegenwirken

Behandlungsmöglichkeiten

Brillen sind die einfachste und unkomplizierteste Lösung, um das Sehen zu verbessern. Brillengläser verändern den Winkel der auf die Augen treffenden Lichtstrahlen und beheben so die Fehlsichtigkeit.

Kontaktlinsen befinden sich direkt auf der Augenoberfläche, funktionieren aber nach dem gleichen Prinzip wie Brillen. Es gibt sie in unterschiedlichen Ausführungen (harte und weiche, Tages-, Monats- oder Dauerlinsen) und Anwendungsmöglichkeiten (orthokeratologische Kontaktlinsen werden zum Beispiel über Nacht getragen und „modellieren” währenddessen die Hornhaut).

Atropin ist ein in der Tollkirsche vorkommendes Nerventoxin, das in der Augenheilkunde schon lange als Medikament zur Erweiterung der Pupillen eingesetzt wird. Neu ist der Einsatz von Atropintropfen (verdünnt auf 0,01 Prozent) zur Verlangsamung des Längenwachstums des Auges und damit der Kurzsichtigkeit. Sie dürfen nur vom Augenarzt verordnet werden.

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